Mit der Logik müsste man aber auch vehement gegen jeden Friedensprozess vorgehen. Frieden im Nahen Osten? Oh man, da fallen Arbeitsplätze in der Rüstungsindustire weg! Tut mir leid, aber da einen Vergleich zu Opel oder ähnlichem herzustellen ist mehr als zynisch.
Jeder Soldat, jeder Rüstungsbetrieb weniger ist ein richtiger Schritt. Diese Menschen sterben ja nicht (also im Falle der Entlassung jetzt), sondern müssen sich einen neuen Job suchen. Einen Job den sie – das nebenbei bemerkt – sich schon vorher hätten suchen sollen.
Zu Guttenberg und den Redaktionsteams: Hast du gecheckt, wie viele dort wirklich aus der Redaktionsarbeit abgezogen werden. Realistisch betrachtet braucht ein Text zu der Thematik tatsächlich mehrere Autoren. Meist gibt es jmd. der speziell für die Regierungsparteien oder gar einzelne Politiker zuständig ist, dann macht es sin einen Fachmann für Rechtsfragen etwas beisteuern zu lassen, etc. Ist für mich eher ein Zeichen dafür, dass man alle Beteiligten auch nennt.
Das es VOR den Getöteten Soldaten aufgeführt wurde: Nach der Logik dürften drei Tote in keiner einzigen Nachrichtensendung auftauchen, da davor die Tausenden Verhungerten, an Krebs gestorbenen, etc. kommen müssten.
Der Vergleich ist in diesem Fall ein MUSS. Welches Unternehmen hat binnen 20 Jahren eine derartige Schrumpfkur hinter sich gebracht und das bei zeitgleich steigender Intensität des Arbeitsauftrags?
Gehen wir mal von einer Reduzierung um 65.000 Soldaten aus, verliert die Bundeswehr mehr als ein Viertel ihrer Personalsubstanz. Dazu kommen Schließungen von Kasernen, oft auch in strukturschwachen Regionen. Da hängen dann Handwerksbetriebe, Bäckereien – nicht zu vergessen der lokale Wohnungsmarkt mit dran. Der deutsche Staat subventioniert ganze Regionen über sein Personal, das dort Geld lässt.
Vor diesem Hintergrund ist -Achtung Polemik- die Diskussion um eine Doktorarbeit natürlich eine bessere Ablenkung. Die Frage die kommen müsste richtet sich an Madame Chancelor: Wie ist dieses Unterfangen volkswirtschaftlich verträglich zu realisieren.
Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir noch nicht einmal in der Diskussion um Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie (an deren Gefährdung berechtigte Zweifel erlaubt sind, aber Einschnitte werden sie zu spüren bekommen).
Auch, wenn wir beide ob unseres Hintergrunds und persönlicher Motivation nie zu einem Konsens im Thema Soldatentum kommen werden: es ist eine Sache des Anstands, die Soldaten angemessen auszustatten und auf die Aufträge, die das Bundestagsmandat abverlangt vorzubereiten. Auch das halte ich angesichts der Sparvorgaben nicht für gegeben.
Ich gestehe jedem Staatsbürger eine pazifistische Haltung zu, meinetwegen auch noch linker als der Gysi. Aber tut mir doch bitte den Gefallen und macht die Augen auf, denkt Dinge zu Ende und kritisiert, wo es nötig wäre. Nicht die Soldaten gehören in das Zentrum der Kritik – es ist die Politik der Regierung, Koalitionsparteien und auch der Opposition, die Züge annimmt, die fast schon als menschenverachtend bezeichnet werden.
Soldaten stellen sich in den Dienst des Volkes, des Staates und müssen darauf vertrauen können, dass dies rechtlich legitimiert, vom Volk gewollt und mit einer entsprechenden Fürsorge einhergehend ausgestaltet ist. Das, was man jetzt mit der Bundeswehr plant, kommt einem Radwechsel am fahrenden Fahrzeug mit gleichzeitiger Kürzung der tragenden Teile gleich.
Was passiert denn bitte, wen KTzG über seinen Doktortitel aus dem Amt gejagt wird? Als Ersatz kommt ein merkel-konformer “Vollblutpolitiker” vom Schlage Jung – der hält dann die Klappe und die Soldaten baden es (wieder) aus.
KTzG muss unter allen Umständen dazu angehalten werden, seine Arbeit an der Bundeswehr zu verrichten. Dazu braucht er angemessene Mittel und keine utopischen Vorgaben – denn hier geht es um Menschenleben.
Ich wünsche mir eine kritische Presse, die sich genau um diese Punkte Gedanken macht und nicht um Frisur, Titel und Beliebtheit – dann rödelt ein Pressestab im Ministerbüro mal an richtigen Anfragen und nicht an einem DSDS-Geplänkel, wie momentan.
Aber KTZG hatte es ja auch nicht nötig, die gesamte Presse zu unterrichten, sondern nur ausgewählten Vertretern, während die Bundespressekonferenz lief…
Natürlich gehört eine richtige Ausstattung dazu, aber die Bundeswehr als Konjunkturinstrument würde ich mir dennoch verbitten. Der Staat hat kein Geld ist Version 1. Die bedeutet, wenn wir nicht sparen, wird der Sohn vom Bäcker auch nicht gerade toll leben können.
Version 2 ist, wir geben das Geld anders aus: Unis sind z.B auch ein Motor für Wohnung, Bäcker, etc. Da wird auch gespart, da werden zudem Studiengebühren eingefürht (zum Glück meist wieder abgeschafft), etc. Es ist NICHT Aufgabe der BuWe unsere Wirtschaft zu stabilisieren.
Pingback: Daniel Lücking
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Mit der Logik müsste man aber auch vehement gegen jeden Friedensprozess vorgehen. Frieden im Nahen Osten? Oh man, da fallen Arbeitsplätze in der Rüstungsindustire weg! Tut mir leid, aber da einen Vergleich zu Opel oder ähnlichem herzustellen ist mehr als zynisch.
Jeder Soldat, jeder Rüstungsbetrieb weniger ist ein richtiger Schritt. Diese Menschen sterben ja nicht (also im Falle der Entlassung jetzt), sondern müssen sich einen neuen Job suchen. Einen Job den sie – das nebenbei bemerkt – sich schon vorher hätten suchen sollen.
Zu Guttenberg und den Redaktionsteams: Hast du gecheckt, wie viele dort wirklich aus der Redaktionsarbeit abgezogen werden. Realistisch betrachtet braucht ein Text zu der Thematik tatsächlich mehrere Autoren. Meist gibt es jmd. der speziell für die Regierungsparteien oder gar einzelne Politiker zuständig ist, dann macht es sin einen Fachmann für Rechtsfragen etwas beisteuern zu lassen, etc. Ist für mich eher ein Zeichen dafür, dass man alle Beteiligten auch nennt.
Das es VOR den Getöteten Soldaten aufgeführt wurde: Nach der Logik dürften drei Tote in keiner einzigen Nachrichtensendung auftauchen, da davor die Tausenden Verhungerten, an Krebs gestorbenen, etc. kommen müssten.
Der Vergleich ist in diesem Fall ein MUSS. Welches Unternehmen hat binnen 20 Jahren eine derartige Schrumpfkur hinter sich gebracht und das bei zeitgleich steigender Intensität des Arbeitsauftrags?
Gehen wir mal von einer Reduzierung um 65.000 Soldaten aus, verliert die Bundeswehr mehr als ein Viertel ihrer Personalsubstanz. Dazu kommen Schließungen von Kasernen, oft auch in strukturschwachen Regionen. Da hängen dann Handwerksbetriebe, Bäckereien – nicht zu vergessen der lokale Wohnungsmarkt mit dran. Der deutsche Staat subventioniert ganze Regionen über sein Personal, das dort Geld lässt.
Vor diesem Hintergrund ist -Achtung Polemik- die Diskussion um eine Doktorarbeit natürlich eine bessere Ablenkung. Die Frage die kommen müsste richtet sich an Madame Chancelor: Wie ist dieses Unterfangen volkswirtschaftlich verträglich zu realisieren.
Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir noch nicht einmal in der Diskussion um Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie (an deren Gefährdung berechtigte Zweifel erlaubt sind, aber Einschnitte werden sie zu spüren bekommen).
Auch, wenn wir beide ob unseres Hintergrunds und persönlicher Motivation nie zu einem Konsens im Thema Soldatentum kommen werden: es ist eine Sache des Anstands, die Soldaten angemessen auszustatten und auf die Aufträge, die das Bundestagsmandat abverlangt vorzubereiten. Auch das halte ich angesichts der Sparvorgaben nicht für gegeben.
Hier mal illustriert die Personalentwicklung der Bundeswehr.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Jahresdurchschnittswerte—Soldaten-bei-der-Bundeswehr-1959-2010.png&filetimestamp=20110125211825
Ich gestehe jedem Staatsbürger eine pazifistische Haltung zu, meinetwegen auch noch linker als der Gysi. Aber tut mir doch bitte den Gefallen und macht die Augen auf, denkt Dinge zu Ende und kritisiert, wo es nötig wäre. Nicht die Soldaten gehören in das Zentrum der Kritik – es ist die Politik der Regierung, Koalitionsparteien und auch der Opposition, die Züge annimmt, die fast schon als menschenverachtend bezeichnet werden.
Soldaten stellen sich in den Dienst des Volkes, des Staates und müssen darauf vertrauen können, dass dies rechtlich legitimiert, vom Volk gewollt und mit einer entsprechenden Fürsorge einhergehend ausgestaltet ist. Das, was man jetzt mit der Bundeswehr plant, kommt einem Radwechsel am fahrenden Fahrzeug mit gleichzeitiger Kürzung der tragenden Teile gleich.
Was passiert denn bitte, wen KTzG über seinen Doktortitel aus dem Amt gejagt wird? Als Ersatz kommt ein merkel-konformer “Vollblutpolitiker” vom Schlage Jung – der hält dann die Klappe und die Soldaten baden es (wieder) aus.
KTzG muss unter allen Umständen dazu angehalten werden, seine Arbeit an der Bundeswehr zu verrichten. Dazu braucht er angemessene Mittel und keine utopischen Vorgaben – denn hier geht es um Menschenleben.
Ich wünsche mir eine kritische Presse, die sich genau um diese Punkte Gedanken macht und nicht um Frisur, Titel und Beliebtheit – dann rödelt ein Pressestab im Ministerbüro mal an richtigen Anfragen und nicht an einem DSDS-Geplänkel, wie momentan.
Aber KTZG hatte es ja auch nicht nötig, die gesamte Presse zu unterrichten, sondern nur ausgewählten Vertretern, während die Bundespressekonferenz lief…
Natürlich gehört eine richtige Ausstattung dazu, aber die Bundeswehr als Konjunkturinstrument würde ich mir dennoch verbitten. Der Staat hat kein Geld ist Version 1. Die bedeutet, wenn wir nicht sparen, wird der Sohn vom Bäcker auch nicht gerade toll leben können.
Version 2 ist, wir geben das Geld anders aus: Unis sind z.B auch ein Motor für Wohnung, Bäcker, etc. Da wird auch gespart, da werden zudem Studiengebühren eingefürht (zum Glück meist wieder abgeschafft), etc. Es ist NICHT Aufgabe der BuWe unsere Wirtschaft zu stabilisieren.