Ein Redaktionsplan für Social Media ist eine Tabelle oder ein Kalender, in dem Sie alle geplanten Beiträge festhalten: wann etwas erscheint, auf welchem Kanal, in welchem Format, zu welchem Thema und wer dafür verantwortlich ist. Sie erstellen ihn in fünf Schritten: Grundlagen aus der Strategie übernehmen, Spalten festlegen, Rhythmus bestimmen, Themen eintragen, regelmäßig aktualisieren. Eine kostenlose Vorlage zum Download finden Sie weiter unten.
Warum sich ein Social-Media-Redaktionsplan lohnt
Ohne Plan entsteht Social Media Content oft unter Zeitdruck: Am Morgen fällt auf, dass heute ein Beitrag kommen sollte, und es wird gepostet, was gerade da ist. Ein Redaktionsplan bringt Ruhe in diese Arbeitsabläufe:
- Regelmäßigkeit: Sie veröffentlichen kontinuierlich statt in Schüben.
- Strategischer Fokus: Jeder Beitrag ist einer Content-Säule und einem Ziel zugeordnet.
- Effiziente Content-Produktion: Inhalte werden gebündelt erstellt statt einzeln unter Druck.
- Klare Zuständigkeiten: Jede Person sieht ihre Aufgaben, Deadlines und den Bearbeitungsstatus.
- Lücken erkennen: Der Überblick zeigt, wo Themen fehlen oder sich wiederholen.
- Bessere Erfolgsmessung: Wenn alle Beiträge dokumentiert sind, lassen sich Ergebnisse vergleichen.
Was in einen Redaktionsplan gehört
Ein guter Redaktionsplan enthält mindestens diese Spalten:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Datum und Uhrzeit | geplantes Veröffentlichungsdatum |
| Plattform | Instagram, LinkedIn, TikTok, Facebook … |
| Format | Reel, Karussell, Bild, Story, Text-Post, Video |
| Content-Säule | übergeordnetes Themenfeld aus der Content-Strategie |
| Thema / Arbeitstitel | worum es konkret geht |
| Text / Caption | Bildunterschrift oder Skript |
| Hashtags | wenige, passende Schlagwörter |
| Link / Call-to-Action | Ziel des Beitrags, etwa ein Link oder eine Frage |
| Verantwortlich | wer erstellt, wer gibt frei |
| Status | Idee, in Arbeit, Freigabe, geplant, veröffentlicht |
| Auswertung | Reichweite, Interaktionen, Notizen |
Für größere Teams kommen Spalten für Kampagne, Zielgruppe, Bildmaterial oder Freigabedatum dazu.
Redaktionsplan erstellen in fünf Schritten
1. Grundlagen festlegen
Der Redaktionsplan setzt die Social-Media-Strategie um. Bevor Sie ihn erstellen, sollten Ziele, Zielgruppe, Kanäle und Content-Säulen feststehen. Welche Themen und Formate zu Ihrer Marke passen, beschreibt der Beitrag zur Content-Strategie.
2. Spalten und Tool wählen
Starten Sie mit den Spalten aus der Tabelle oben. Als Tool genügt für den Anfang eine Tabelle; mehr dazu im Abschnitt zu Tools und Vorlagen.
3. Rhythmus festlegen
Legen Sie pro Kanal fest, wie viele Beiträge pro Woche realistisch sind und an welchen Tagen sie erscheinen. Wann Ihre Zielgruppe online ist, erfahren Sie in den Insights der Plattformen, wie im Beitrag zur besten Zeit zum Posten beschrieben.
4. Feste Termine und Themen eintragen
Tragen Sie zuerst Fixpunkte ein: Produktstarts, Veranstaltungen, Messen, saisonale Anlässe, Kampagnen. Anschließend verteilen Sie die Content-Säulen gleichmäßig über die Wochen. Planen Sie Platz für spontane, aktuelle Beiträge ein.
5. Produzieren, veröffentlichen, aktualisieren
Inhalte werden gebündelt erstellt, freigegeben und im Voraus eingeplant. Nach der Veröffentlichung tragen Sie die wichtigsten Kennzahlen ein. Den Plan aktualisieren Sie mindestens einmal pro Woche.
Wie weit im Voraus planen?
Bewährt hat sich eine Planung in zwei Ebenen:
- Grobplanung (Quartal): Kampagnen, Anlässe, Schwerpunktthemen.
- Feinplanung (zwei bis vier Wochen): konkrete Beiträge mit Text, Bild und Termin.
Wer Beiträge im Voraus plant, gewinnt Zeit für Interaktion und für spontane Inhalte. Wer zu weit im Voraus alles festlegt, verliert dagegen an Aktualität.
Vorlagen und Tools für den Redaktionsplan
Vorlage in Excel oder Google Sheets
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist eine Tabelle der beste Einstieg. Ein Tabellenblatt pro Monat, eine Zeile pro Beitrag, Filter nach Plattform und Status: Mehr braucht es zu Beginn nicht. Google Sheets hat den Vorteil, dass mehrere Personen gleichzeitig arbeiten können.
Unsere kostenlose Vorlage enthält alle Spalten aus der Tabelle oben und drei Beispielzeilen:
Redaktionsplan-Vorlage herunterladen (CSV)
Die CSV-Datei öffnen Sie direkt in Excel, Numbers oder Google Sheets (dort über „Datei“ und „Importieren“). Die Spalten sind durch Semikolon getrennt.
Planungstools
Wenn mehrere Kanäle, Freigabeschleifen oder ein größeres Team dazukommen, lohnen sich spezialisierte Tools:
- Plattformeigene Planer: Für Facebook und Instagram können Sie Beiträge in der Meta Business Suite vorplanen; auch LinkedIn und TikTok bieten Planungsfunktionen.
- Social-Media-Management-Tools: bündeln Planung, Veröffentlichung, Kommentare und Auswertung mehrerer Kanäle.
- Projekt-Tools wie Trello: eignen sich als Kanban-Board mit Spalten für den Bearbeitungsstatus.
Wichtig ist weniger das Tool als die Disziplin, es zu pflegen.
Typische Fehler bei der Redaktionsplanung
- Zu ehrgeizige Frequenz: Wer fünf Beiträge pro Woche plant und zwei schafft, verliert die Motivation.
- Nur Werbung im Plan: Mischen Sie Wissen, Einblicke, Unterhaltung und Angebote.
- Kein Platz für Spontanes: Aktuelle Themen und Trends brauchen Lücken im Redaktionsplan.
- Gleicher Inhalt überall: Ein Beitrag sollte an jeden Kanal angepasst werden, etwa als Text-Post auf LinkedIn und als Reel auf Instagram.
- Keine Auswertung: Ohne Kennzahlen im Plan wiederholen sich Formate, die nicht funktionieren.
Checkliste für Ihren Redaktionsplan
- Ziele, Zielgruppe und Content-Säulen aus der Strategie übernommen
- Spalten festgelegt und Vorlage angelegt
- Rhythmus pro Kanal definiert
- Fixtermine und Kampagnen eingetragen
- Zuständigkeiten und Deadlines vergeben
- Freigabeprozess geklärt
- Wöchentlicher Termin zum Aktualisieren
- Monatliche Erfolgsmessung mit Insights und Notizen
Welche Kennzahlen Sie in die Auswertungsspalte eintragen sollten, erklärt der Beitrag zu Social-Media-KPIs.
Häufige Fragen
Was ist ein Redaktionsplan für Social Media?
Ein Social-Media-Redaktionsplan ist eine Übersicht, in der alle geplanten Beiträge mit Datum, Plattform, Format, Thema, Text, Verantwortlichen und Bearbeitungsstatus festgehalten werden. Er macht Content-Planung und Veröffentlichung planbar.
Wie weit im Voraus sollte man Social-Media-Beiträge planen?
Bewährt hat sich ein Grobplan für das Quartal mit Kampagnen und Anlässen und ein Feinplan für die nächsten zwei bis vier Wochen. So bleibt Raum für spontane Beiträge und aktuelle Themen.
Reicht Excel für einen Redaktionsplan?
Für kleine Teams und ein bis drei Kanäle reicht eine Tabelle in Excel oder Google Sheets völlig aus. Wenn mehrere Personen an Freigaben beteiligt sind oder viele Kanäle betreut werden, lohnen sich spezialisierte Planungstools.
Wie viele Beiträge pro Woche sollte man planen?
So viele, wie Sie dauerhaft in guter Qualität schaffen. Regelmäßigkeit ist wichtiger als eine hohe Frequenz; zwei gute Beiträge pro Woche sind wertvoller als fünf schnell gemachte.