Medienkonsum beschreibt, welche Medien Menschen wann, wie lange und auf welche Weise nutzen: Fernsehen, Radio, Zeitungen, Streaming, Podcasts, Games und soziale Netzwerke. Der größte Wandel der vergangenen Jahre: Mediennutzung findet immer stärker auf dem Smartphone statt, verteilt über den ganzen Tag, in kurzen Einheiten und gesteuert von Algorithmen statt von Programmplänen.

Wie sich Medienkonsum verändert hat

  • Vom Programm zum Abruf: Statt zu festen Sendezeiten werden Inhalte dann genutzt, wenn es passt, über Mediatheken, Streaming und Podcasts.
  • Vom Folgen zum Vorschlagen: Feeds zeigen nicht mehr nur Inhalte von abonnierten Accounts, sondern vor allem Vorschläge, die ein Algorithmus für passend hält.
  • Vom Bildschirm zum Second Screen: Viele Menschen nutzen mehrere Medien gleichzeitig, etwa das Smartphone beim Fernsehen.
  • Vom Konsum zur Beteiligung: Kommentieren, Teilen, Remixen und eigene Inhalte gehören für viele selbstverständlich dazu.
  • Vom Text zum Video: Kurzvideos und Bilder prägen besonders die Nutzung jüngerer Menschen.

Wie Mediennutzung gemessen wird

Wer sich auf Zahlen stützen will, sollte auf etablierte, regelmäßig wiederholte Erhebungen zurückgreifen und immer die jeweils aktuelle Ausgabe lesen:

  • ARD/ZDF-Medienstudie: langjährige Erhebung zur Nutzung von Audio, Video und Text in der deutschsprachigen Bevölkerung.
  • JIM-Studie und KIM-Studie: Mediennutzung von Jugendlichen beziehungsweise Kindern, herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs).
  • Reuters Institute Digital News Report: internationale Studie zur Nachrichtennutzung; der deutsche Teil wird vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut betreut.
  • Plattformdaten: Eigene Statistiken der Netzwerke zu Ihren Followern zeigen die Nutzung Ihrer konkreten Zielgruppe.

Achten Sie bei Zahlen aus dem Netz auf Quelle, Erhebungsjahr und Methode. Viele kursierende Werte stammen aus Umfragen mit kleiner Stichprobe oder aus Herstellerangaben.

Was das für Marken bedeutet

  1. Aufmerksamkeit muss verdient werden: Im Feed entscheidet sich in Sekunden, ob jemand stehen bleibt. Inhalte brauchen einen starken Einstieg, das zeigt der Beitrag über Kurzvideos.
  2. Der Kontext zählt: Dieselbe Person nutzt LinkedIn morgens anders als TikTok abends. Die Wahl der Social-Media-Plattformen folgt der Nutzung der Zielgruppe.
  3. Nutzen schlägt Lautstärke: Wer Inhalte bietet, die Menschen speichern oder weiterschicken wollen, wird auch vom Algorithmus belohnt.
  4. Zielgruppen genau kennen: Durchschnittswerte über „die Deutschen“ helfen wenig. Entscheidend ist, wie Ihre Zielgruppe Medien nutzt; der Weg dorthin steht in der Anleitung zur Zielgruppenanalyse.

Bewusster Medienkonsum

Zum Thema gehört auch die Frage, wie viel Medienkonsum gut tut. Viele Plattformen bieten inzwischen Funktionen, um die eigene Bildschirmzeit zu sehen und zu begrenzen. Für Marken ist das kein Widerspruch: Wer Menschen respektvoll anspricht, statt um jeden Preis Aufmerksamkeit zu erzwingen, baut langfristig mehr Vertrauen auf.

Netzkultur verstehen

Ein Teil des heutigen Medienkonsums lässt sich nur verstehen, wenn man die Sprache des Netzes kennt: Insider, Formate, Anspielungen. Ein gutes Beispiel sind Memes. Warum sie so wirkungsvoll sind, erklärt der Beitrag über Memes im Medienkonsum.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Medienkonsum und Mediennutzung?

Beide Begriffe werden oft gleich verwendet. Mediennutzung ist der in der Forschung übliche, neutralere Begriff und umfasst auch aktives Handeln wie Posten oder Kommentieren. Medienkonsum betont eher das Aufnehmen von Inhalten.

Wo finde ich verlässliche Zahlen zur Mediennutzung in Deutschland?

Regelmäßige Erhebungen sind unter anderem die ARD/ZDF-Medienstudie, die JIM- und KIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest und der deutsche Teil des Reuters Institute Digital News Report.