Kurzvideos sind hochformatige Videos (9:16), die auf Smartphones im Vollbild abgespielt werden, vor allem als Instagram Reels, TikToks und YouTube Shorts. Für Unternehmen sind sie das Format, mit dem sich derzeit am ehesten neue Menschen erreichen lassen, weil die Plattformen solche Videos auch Nutzerinnen und Nutzern zeigen, die dem Account noch nicht folgen.

Wo Kurzvideos laufen

Plattform Format Besonderheit
Instagram Reels erreichen Follower und Nicht-Follower, Teilen per Direktnachricht ist verbreitet
TikTok Videos im „Für dich“-Feed Reichweite hängt stark vom Interesse am einzelnen Video ab, weniger von der Followerzahl
YouTube Shorts können Zuschauer zu längeren Videos auf demselben Kanal führen
Facebook Reels Reels werden auch auf Facebook ausgespielt
LinkedIn Videos im Feed eher sachlich, Fachthemen und Gesichter aus dem Unternehmen

Mehr zu den einzelnen Netzwerken steht im Überblick über die Social-Media-Plattformen, speziell zu TikTok im Beitrag zum TikTok Marketing.

Aufbau eines guten Kurzvideos

  1. Hook (erste ein bis zwei Sekunden): Ein Satz, ein Bild oder eine Frage, die zum Bleiben bewegt. Zum Beispiel: „Drei Fehler, die fast jeder beim Fliesenlegen macht.“
  2. Inhalt: Halten Sie das Versprechen aus dem Hook ein, ohne Umwege. Schnelle Schnitte und Texteinblendungen helfen, den Faden zu halten.
  3. Abschluss: Eine klare Aufforderung oder Pointe, etwa „Speichern Sie das Video für Ihr nächstes Projekt“.

Formate, die für Unternehmen funktionieren

  • Erklärvideos: eine Frage, eine Antwort, in unter einer Minute.
  • Hinter den Kulissen: Produktion, Team, Arbeitsalltag.
  • Vorher-nachher: besonders stark bei Handwerk, Gestaltung und Dienstleistungen.
  • Mythen und Fehler: „Das stimmt nicht“ oder „Das sollten Sie nie tun“.
  • Antworten auf Kommentare: Fragen der Community direkt als Video beantworten.
  • Trends mit Bezug: Aktuelle Sounds oder Formate nur dann aufgreifen, wenn sie zur Marke passen.

Effizient produzieren

Wer jedes Video einzeln plant, dreht und schneidet, gibt schnell auf. Bewährt hat sich die Produktion in Blöcken: Themen für einen Monat im Redaktionsplan festlegen, an einem Tag mehrere Videos drehen, gebündelt schneiden. Technisch genügen für den Anfang:

  • Smartphone mit sauberer Linse
  • Tageslicht oder eine einfache Leuchte
  • Ansteckmikrofon für verständlichen Ton
  • Schnitt-App mit automatischen Untertiteln

Untertitel sind Pflicht: Viele Menschen schauen Videos ohne Ton, etwa unterwegs.

Kurzvideos auswerten

Die Followerzahl sagt bei Kurzvideos wenig. Aussagekräftiger sind:

  • Wiedergabedauer und Absprungpunkt: Wo steigen die Zuschauenden aus? Oft liegt das Problem im Hook.
  • Shares und Speicherungen: Zeichen, dass ein Video echten Nutzen hat.
  • Reichweite bei Nicht-Followern: Zeigt, ob das Video neue Menschen erreicht.

Wie Sie Interaktionen in eine vergleichbare Zahl übersetzen, erklärt der Beitrag zur Engagement Rate.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Kurzvideo sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Viele Kurzvideos dauern unter einer Minute. Entscheidend ist, dass jede Sekunde etwas beiträgt; die Plattformen erlauben inzwischen auch deutlich längere Videos.

Kann ich dasselbe Video auf Instagram, TikTok und YouTube posten?

Ja, das ist üblich und spart Aufwand. Laden Sie die Datei ohne Wasserzeichen der anderen Plattform hoch und passen Sie Beschreibung, Hashtags und gegebenenfalls Texteinblendungen an die jeweilige Plattform an.

Brauche ich teure Technik für Kurzvideos?

Nein. Ein aktuelles Smartphone, gutes Licht, ein Ansteckmikrofon und eine einfache Schnitt-App reichen für den Start. Wichtiger als die Technik sind eine klare Idee und ein starker Einstieg.