Die Engagement Rate ist eine Kennzahl, die angibt, wie stark Menschen mit Ihren Inhalten interagieren, im Verhältnis zu Ihren Followern oder zur Reichweite eines Beitrags. Sie berechnen sie so: Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares, Saves) geteilt durch Follower oder Reichweite, multipliziert mit 100. Die Engagement Rate macht Beiträge und Accounts unterschiedlicher Größe vergleichbar und ist deshalb eine der wichtigsten Kennzahlen im Social Media Marketing.
Was bedeutet Engagement auf Social Media?
Engagement umfasst alle aktiven Reaktionen auf einen Beitrag. Je nach Plattform zählen dazu:
- Likes (bzw. Reaktionen auf Facebook und LinkedIn)
- Kommentare
- Shares: geteilte Beiträge, auch per Direktnachricht
- Saves: gespeicherte Beiträge
- Klicks auf Links oder Profile (je nach Berechnung)
- Antworten auf Stories
Nicht jede Interaktion ist gleich viel wert. Ein Kommentar oder ein Share zeigt mehr Interesse als ein schnelles Liken; Speicherungen sind ein starkes Zeichen dafür, dass ein Beitrag echten Nutzen hat.
Engagement Rate berechnen: die drei gängigen Formeln
1. Engagement Rate nach Followern
Engagement Rate = (Interaktionen ÷ Follower) × 100
Diese Formel ist am weitesten verbreitet, weil die Followerzahl öffentlich sichtbar ist. Sie eignet sich zum Beispiel, um Accounts von Influencern grob zu vergleichen.
2. Engagement Rate nach Reichweite
Engagement Rate = (Interaktionen ÷ Reichweite) × 100
Sie zeigt, wie viele der Menschen, die einen Beitrag tatsächlich gesehen haben, interagiert haben. Für die Bewertung der eigenen Inhalte ist das meist die aussagekräftigere Variante, weil Reels und Anzeigen viele Nicht-Follower erreichen.
3. Engagement Rate nach Impressionen
Engagement Rate = (Interaktionen ÷ Impressionen) × 100
Diese Variante nutzen einige Plattformen und Analysetools, etwa LinkedIn in seinen Statistiken. Da eine Person mehrere Impressionen erzeugen kann, fällt der Wert meist niedriger aus.
Rechenbeispiel
Ein Instagram-Beitrag hat 120 Likes, 15 Kommentare, 10 Shares und 25 Saves, also 170 Interaktionen. Der Account hat 4.000 Follower, der Beitrag erreichte 3.400 Konten.
- Nach Followern: 170 ÷ 4.000 × 100 = 4,25 %
- Nach Reichweite: 170 ÷ 3.400 × 100 = 5,0 %
Wichtig: Vergleichen Sie Engagement-Daten nur, wenn sie mit derselben Formel berechnet wurden. Für einen Zeitraum bilden Sie den Durchschnitt pro Beitrag.
Engagement Rate auf Instagram, LinkedIn und TikTok
- Instagram: Die Insights zeigen Interaktionen und Reichweite pro Beitrag; die Engagement Rate berechnen Sie daraus selbst. Bei Reels lohnt der Blick auf Shares und Saves.
- LinkedIn: LinkedIn weist in den Statistiken von Unternehmensseiten eine Interaktionsrate aus, die auf Impressionen beruht. Klicks fließen dort mit ein.
- TikTok: Da Videos stark an Nicht-Follower ausgespielt werden, ist die Engagement Rate nach Aufrufen sinnvoller als nach Followern.
Plattformübergreifende Vergleiche sind schwierig, weil jede Plattform Interaktionen anders zählt.
Was ist eine gute Engagement Rate?
Auf diese Frage gibt es keine seriöse Pauschalantwort. Veröffentlichte Benchmarks unterscheiden sich je nach Quelle, Berechnungsmethode, Plattform und Branche erheblich. Zudem gilt häufig: Kleinere Accounts erzielen höhere Engagement Rates als große, weil ihre Followerschaft enger mit ihnen verbunden ist.
Sinnvoller als eine Grenze aus dem Netz sind deshalb diese Fragen:
- Wie entwickelt sich Ihre Engagement Rate im Vergleich zu den Vormonaten?
- Welche Formate und Themen liegen über, welche unter Ihrem Durchschnitt?
- Wie schneiden vergleichbare Accounts Ihrer Branche ab, mit derselben Formel berechnet?
Eine hohe Engagement Rate allein ist außerdem kein Geschäftserfolg. Sie zeigt, dass Inhalte bei der Zielgruppe ankommen; ob daraus Anfragen oder Verkäufe werden, messen andere Kennzahlen. Welche das sind, steht im Beitrag zu Social-Media-KPIs.
Engagement Rate im Influencer Marketing
Bei der Auswahl von Creatorn ist die Engagement Rate ein wichtiger Hinweis auf die Qualität der Followerschaft. Ein sehr niedriger Wert bei vielen Followern kann auf inaktive oder gekaufte Accounts hindeuten. Schauen Sie aber auch auf die Qualität der Interaktionen: Sind die Kommentare echt und inhaltlich, oder nur Emojis? Mehr dazu im Beitrag zum Influencer Marketing.
Tipps zur Verbesserung der Engagement Rate
- Starker Einstieg: Die ersten Sekunden eines Videos und die erste Zeile einer Caption entscheiden, ob jemand bleibt. Tipps dazu im Beitrag über Kurzvideos.
- Nutzen bieten: Checklisten, Anleitungen und Infografiken werden gespeichert und geteilt.
- Fragen stellen: konkrete Fragen, die sich leicht beantworten lassen.
- Antworten: Wer auf Kommentare reagiert, bekommt mehr davon. Die Grundlagen beschreibt das Community Management.
- Passender Zeitpunkt: Posten Sie, wenn Ihre Zielgruppe aktiv ist, mehr dazu im Beitrag zur besten Zeit zum Posten.
- Formate testen: Reels, Karussells und Stories mit Interaktionselementen vergleichen.
- Keine Tricks: Gekaufte Likes oder Engagement-Gruppen verfälschen die Daten und schaden langfristig.
Die Engagement Rate ist am wertvollsten, wenn Sie sie regelmäßig für Ihre eigenen Inhalte berechnen und daraus lernen, welche Inhalte Ihre Zielgruppe wirklich interessieren.
Häufige Fragen
Wie wird die Engagement Rate berechnet?
Die Summe der Interaktionen eines Beitrags (Likes, Kommentare, Shares, Saves) wird durch die Zahl der Follower oder durch die Reichweite geteilt und mit 100 multipliziert. Das Ergebnis ist ein Prozentwert.
Was ist eine gute Engagement Rate?
Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht. Die Werte unterscheiden sich je nach Plattform, Branche, Accountgröße, Format und Berechnungsmethode stark. Aussagekräftig ist vor allem der Vergleich mit Ihren eigenen bisherigen Werten und mit vergleichbaren Accounts.
Was bedeutet Interaktion auf Instagram?
Als Interaktion zählt jede aktive Reaktion auf einen Beitrag: Likes, Kommentare, geteilte Beiträge, Speicherungen und bei Reels oder Stories auch Antworten und Weiterleitungen.