Influencer Marketing ist die Zusammenarbeit von Unternehmen mit Personen, die auf Social Media eine Community aufgebaut haben, sogenannten Influencern oder Creatorn. Sie stellen Produkte oder Leistungen in ihren eigenen Inhalten vor, gegen Bezahlung oder eine andere Gegenleistung. Der Vorteil: Die Botschaft kommt von jemandem, dem die Zielgruppe bereits vertraut, und in einer Sprache, die zur Plattform passt.

Wann Influencer Marketing sinnvoll ist

  • Sie wollen eine Zielgruppe erreichen, die Ihre eigenen Kanäle noch nicht kennt.
  • Ihr Produkt lässt sich gut zeigen oder ausprobieren.
  • Sie brauchen glaubwürdige Inhalte, auch für Ihre eigenen Kanäle oder Anzeigen.
  • Ihr eigener Kanal ist noch klein, und Sie möchten schneller sichtbar werden.

Arten von Influencern

Häufig werden Influencer nach Größe eingeteilt, etwa in Nano-, Mikro-, Makro- und Mega-Influencer. Die Grenzen sind nicht einheitlich definiert und unterscheiden sich je nach Quelle. Wichtiger als die Followerzahl sind:

  • Passung: Spricht die Person über Themen, die zu Ihrem Angebot passen?
  • Community: Wer folgt ihr wirklich (Alter, Region, Interessen)? Lassen Sie sich Statistiken zeigen.
  • Interaktion: Gibt es echte Gespräche in den Kommentaren? Eine Orientierung bietet die Engagement Rate.
  • Werte und Vorgeschichte: Passt das bisherige Auftreten zu Ihrer Marke?

Kooperation in sechs Schritten

  1. Ziel festlegen: Bekanntheit, Verkäufe, Inhalte für eigene Kanäle oder Bewerbungen?
  2. Creator recherchieren: über die Plattformsuche, Hashtags, Wettbewerber oder Vermittlungsplattformen.
  3. Ansprechen: persönlich, mit Bezug auf die Inhalte der Person und einem klaren Vorschlag.
  4. Briefing: Ziel, Kernbotschaft, Pflichtangaben, No-Gos, Zeitplan. Lassen Sie kreativen Spielraum; Creator wissen, was ihre Community anspricht.
  5. Vertrag: Leistungen, Vergütung, Veröffentlichungstermine, Freigabeprozess, Nutzungsrechte an den Inhalten, Kennzeichnung, Exklusivität.
  6. Auswerten: Reichweite, Interaktionen, Klicks über eigene Links oder Rabattcodes, Verkäufe.

Kennzeichnung nicht vergessen

Bezahlte Kooperationen müssen als Werbung erkennbar sein. Verantwortlich sind nicht nur die Creator, auch das werbende Unternehmen kann haften. Wie die Kennzeichnung richtig aussieht, erklärt der Beitrag Werbung auf Instagram kennzeichnen.

Inhalte weiter nutzen

Gute Creator-Inhalte lassen sich oft auch auf den eigenen Kanälen oder als Anzeige einsetzen, etwa als Spark Ads auf TikTok oder als Partnerschaftsanzeige auf Instagram. Das muss vorher vertraglich geregelt sein: Wie lange, auf welchen Kanälen und in welcher Form dürfen Sie die Inhalte nutzen? Mehr zu Anzeigen steht im Beitrag zur Social-Media-Werbung.

Typische Fehler

  • Creator nur nach Followerzahl auswählen.
  • Ein zu enges Skript vorgeben, das nicht zur Person passt.
  • Einmalige Posts statt längerfristiger Zusammenarbeit; Wiederholung schafft Vertrauen.
  • Keine klaren Messpunkte, sodass der Erfolg später nicht bewertbar ist.

Influencer Marketing ist eng verwandt mit User Generated Content: Beide leben davon, dass andere über Ihre Marke sprechen. Der Unterschied liegt in der Gegenleistung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Influencern und Creatorn?

Die Begriffe werden oft gleich verwendet. „Creator“ betont das Erstellen von Inhalten, „Influencer“ den Einfluss auf eine Community. Für Unternehmen zählt bei beiden: Passt die Person zur Marke, und vertraut ihr die Community?

Sind kleine Influencer sinnvoller als große?

Das hängt vom Ziel ab. Kleinere Accounts haben oft eine engere Bindung zu ihrer Community und eine klare Nische, große Accounts bringen mehr Reichweite. Viele Marken kombinieren beides.

Muss Influencer-Werbung gekennzeichnet werden?

Ja. Wenn ein Creator für einen Beitrag eine Gegenleistung erhält, muss der kommerzielle Zweck klar erkennbar sein, etwa durch den Hinweis „Werbung“ oder „Anzeige“.